Die Welt

Die Mechanic Reihe spielt in einer Welt die unserer nicht ganz unähnlich ist. Ich bezeichne es gerne als alternative Gegenwart, weil das Buch im Jahr 1999 spielt. In dieser Version wurde allerdings der Transistor, ein elementares Bauteil für jegliche moderne (Mikro)elektronik nie erfunden, weshalb die Welt sich technisch größtenteils noch immer auf dem Stand der späten 1940er bewegt. Die einzige Innovation, die sie zu bieten hat, sind „Automaten“, menschlich aussehende Maschinen, die in allen Bereichen des Lebens als Arbeitskraft eingesetzt werden können. Wie das möglich ist? Dazu müssen wir schon ein wenig tiefer graben …

Übersicht

  • Band 1: Herz aus Bronze
  • Band 2: Blut aus Silber (Winter 2019/2020)
  • Band 3: tbc (Sommer 2020)
  • Band 4: tbc (Winter 2020/2021)

Das Genre

Romantische Urban Fantasy Dystopie mit Elementen aus Steampunk und Historik. Die Zuordnung ist nicht ganz so einfach. Am ehesten sehe ich Mechanic im Bereich Urban Fantasy angesiedelt, aber der Begriff allein reicht eben nicht aus, um alle Teile der Geschichte unter einen Hut zu bringen. Ich lasse mich nicht gerne in Schubladen stecken und finde erst durch das überwinden dieser Genre-Mauern können neue und originelle Ideen entstehen.

Ivy Aldrin

Ivy ist eine introvertierte junge Frau, die sich gerne im Hintergrund hält und ihre Nachmittage lieber mit Büchern als mit anderen Menschen verbringt. Aufgewachsen zwischen Automaten fehlt es ihr immer wieder an Fähigkeit zwischenmenschliche Situation zu bewältigen. Sie besitzt eine herausragende Beobachtungsgabe und weiß mehr über die Technologie von Aldrin Industries als ihr Ruf als hochnäsige, reiche Tochter vermuten lässt. Ihr einziger Freund ist Kruk, ein Automat in Form einer Krähe, den sie nach dem Tod ihres Großvaters repariert und zum Leben erweckt hat.

Aidan

Aidan ist ein Automat und dazu geschaffen den Menschen zu dienen. Sein Besitzer George Flannigan fand ihn bei einer Auktion und setzt ihn seither als Arbeitskraft in seinem Restaurant ein. Dort fristet Aidan sein Dasein, führt Bestellungen aus, spült das Geschirr, bis Ivys Entführung die ganze Welt in Aufruhr setzt und seltsamerweise auch an seinem kalten Herz nicht spurlos vorbeizieht.

Herz aus Bronze

Wie kann man jemanden lieben, wenn man selbst kein Herz besitzt?

Gold, Marmor, Seide – Ivy Aldrins Welt könnte schöner und perfekter nicht sein. Dagegen ist Aidans Existenz von Eintönigkeit geprägt, denn er ist ein Automat; eine menschlich aussehende Maschine ohne Emotionen.
Ihre Wege kreuzen sich, als Ivy aus ihrem goldenen Käfig entführt wird. Mit Aidan an ihrer Seite und der Welt gegen sich muss sie sich zurück nach Hause durchschlagen. Dabei geraten beide immer mehr in einen gefährlichen Strudel aus Intrigen, Rätseln und Geheimgesellschaften, der die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen lässt. Und Ivy muss sich mit drei unumstößlichen Tatsachen abfinden.

Erstens: Jeder hat Geheimnisse. Ihre eigene Familie womöglich die größten.
Zweitens: Ein Herz aus Bronze kann dennoch ein Herz sein.
Drittens: Magie ist real. 

Details

Seitenzahl: 460
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-1-09651-390-2
Format: eBook, Softcover
Genre: Urban Fantasy, Romance

Preise:
Taschenbuch: 12,90€
eBook: 3,99€

Leseprobe

»Sir?«, versuchte sie es ein letztes Mal, doch es war nicht der Automat, der die Antwort auf ihre unausgesprochene Frage lieferte. Am Dock warteten bereits zwei dunkle Gestalten auf ihre Ankunft. Und ein Mann mit dunkler Stimme begrüßte sie:
»Guten Abend, Miss Aldrin!«
Nackte, kalte Panik streckte ihre Klauen aus und kroch Ivy in jede Körperzelle. Eine einzelne schwach glimmende Gaslaterne erhellte das wettergegerbte Gesicht des Mannes nur spärlich, ließ bedrohliche Schatten darauf tanzen wie in einem Horrorkabinett. Ivys Stimme klang erstickt, als die Worte zitternd über ihre Lippen glitten.
»Was wollen Sie von mir?«
Ein Rucken ging durch das Schiff, als es gegen das Dock stieß und damit zum Stehen kam. Schwindel ergriff Ivy, doch sie hatte kaum Zeit, sich wieder zu fangen. Mit einer groben Bewegung packte sie die zweite Gestalt im Nacken und drückte ihr mit der zweiten Hand beide Arme auf den Rücken, um sie danach vom Luftschiff zu schieben. Einen Schreckensmoment lang fürchtete sie, er würde sie einfach in den Abgrund zwischen dem Deck und dem Hangar hinunterschubsen, doch er hatte ganz andere Absichten. Und ihr auf die Frage zu antworten, war keine davon.
»Mitkommen, Prinzessin!«, zischte der Mann, der die Laterne hielt, und machte auf dem Absatz kehrt, sodass er sie in fast völliger Dunkelheit ließ. Nur ein schwacher Kegel leuchtete den Betonboden des Docks aus, während sich die Dachkonstruktion über ihnen wie ein Spinnennetz erstreckte. Ihre Schritte hallten durch die menschenleere Halle. Würde sie jemand hören, wenn sie schrie?
Der schrille Ruf nach Hilfe verließ ihre Kehle, noch ehe sie sich eines Besseren besinnen konnte. Verschwitzte, glühend heiße Finger legten sich um ihren Hals. Unter einem Wimmern erstarb Ivys Stimme und nur das Echo ihres eigenen Rufens war als Antwort zu hören.
»Kein Mucks oder ich brech’ dir das Genick!« Die Stimme des zweites Manns war so nah an ihrem Ohr, dass sie fast erneut geschrien hätte. Lauter. Aber sie konnte sich zusammenreißen und mit Mühe die Tränen zurückbeißen, die ihr in den Augen brannten, seit sie realisiert hatte, dass sie heute Abend nicht nach Hause kommen würde.
Widerwillig nickte sie und der Griff um ihren Hals lockerte sich ein wenig, was sie dankbar ausatmen ließ. Mit einem Schubs in den Rücken zwang sie der Fremde weiterzulaufen, immer dem Mann mit der Laterne hinterher, auf die Plattform, die die einzelnen Docks miteinander verband. Sie verließen den Bereich für die Kurzstreckenflüge durch einen kleinen Gang, den Ivy nicht kannte. Vermutlich war er für das Personal, denn hier stapelten sich Kisten zu ganzen Türmen, sodass sie im Halbdunkel aufpassen musste, nicht in einen davon hineinzulaufen.
Ihr Atem ging flach. Begleitet von den beiden Fremden gab es für sie keine Möglichkeit zur Flucht. Sie würden sie niederringen, noch ehe sie überhaupt Gelegenheit hätte, sich zu weit zu entfernen. Aber was wollten die beiden hier?
Ihre Gesichter verrieten, dass sie keine Automaten waren. Und der ärmlichen Kleidung nach zu urteilen, stammten sie nicht von hier, sondern von … unten. Ihr schauderte bei dem Gedanken. Wie waren die beiden hierhergelangt? Und noch viel wichtiger: Was hatten sie mit ihr vor?
Sie würde es nicht wagen zu fragen.
Der Gang führte in den zweiten Teil des Haupthangars. Dort, wo die großen Zeppeline andockten, die Passagiere zwischen der fliegenden Stadt und dem Festland hin- und hertransportierten. In der gigantischen Halle lagen drei von ihnen vor Anker, riesige Luftschiffe, die regungslos über bodenlosen Löchern schwebten. Ein eisiger Wind wehte durch die große Öffnung am Ende des Hangars, hinter der Ivy in unerreichbarer Distanz die Sterne erkennen konnte.
Wortlos passierten sie zwei der Docks, an denen namenlose Zeppeline vor Anker lagen, am dritten prangte auf der ledernen Außenhülle das Firmenemblem von Garland Transports. Ihr stockte kurz der Atem, als sie auf genau diesen Steg einbogen, doch entgegen ihrem ersten Gedanken steuerten die Entführer nicht auf das private Luftschiff von Charles Garland zu, sondern führten sie nun mit zunehmend rascher werdenden Schritten an dem riesigen Konstrukt vorbei, wo hinter dem Heck ein weiterer kleiner Transporter vor Anker lag. Ähnlich wie der, mit dem sie bereits hierhergebracht worden war.
Abrupt weigerten sich Ivys Beine, ihren Dienst zu tun. Sie blieben wie angewurzelt stehen, während sie mit vor Schock geweiteten Augen auf das kleine Vehikel starrte, das im Vergleich zur Hangaröffnung so verschwindend klein war.
»Wo bringt ihr mich hin?«, entwich es ihr atemlos. Ein weiterer verzweifelter Schrei lag in ihrer Kehle, doch er wurde jäh erstickt. Mit grimmiger Miene wandte sich der zweite Entführer um. Zu spät bemerkte sie, was er da in der Hand hatte, da schmeckte sie auch schon ein Stück widerlichen, alten Stoffes in ihrem Mund, der jeden Laut zur Unkenntlichkeit dämpfte.
Sie konnte spüren, wie die Angst durch ihren Körper kroch, wie die Tränen nun endgültig über ihre Wangen liefen und wie der feste Griff ihres Entführers sich förmlich in ihre Haut brannte. Dann zog man ihr einen Sack über den Kopf und auf einmal war nichts mehr da.
Nichts außer Dunkelheit, Kälte und nackte Panik.